Gründung der Gebetsstätte Heroldsbach durch Erzbischof Dr. Karl Braun

Am 1. Mai 1998 errichtete der Bamberger Erzbischof Dr. Karl Braun offiziell die „Gebetsstätte Heroldsbach“ als kirchliche Stiftung, in der die beiden Kirchen und das Pilgerheim der bis dahin privaten Gebetsstätte eingebracht wurden. Die Geschichte der privaten Gebetsstätte finden Sie unter Pilgerverein Heroldsbach.

Liebe Besucherinnen und Besucher der Gebetsstätte!
Erzbischof Dr. Karl Braun

Zum 1. Mai 1998 wurde mit meinem Einverständnis und nach Zustimmung der Römischen Glaubenskongregation an diesem Ort eine marianische Gebetsstätte errichtet.

Ich weise die Besucherinnen und Besucher darauf hin, dass seitens der zuständigen kirchlichen Stellen die behaupteten „Heroldsbacher Erscheinungen“ der Jahre 1949-1952 als nicht-übernatürlich beurteilt worden sind. Deshalb kann es nicht gestattet werden, in öffentlichen Gebeten, Predigten und Vorträgen Gegenteiliges zu vertreten. Bitte berücksichtigen Sie dies auch für Ihre private Bewertung der Geschehnisse.

Die Hinweisschilder, die Sie hier treffen, sprechen von den genannten „Erscheinungen“. Sie sind Zeugnisse aus der Anfangszeit dieses Ortes und dokumentieren die Überzeugung von Privatpersonen. Auf Wunsch der Stifter, die in den vergangenen fünf Jahrzehnten aufopferungsvoll die Anlagen dieser privaten Gebetsstätte aufgebaut und unterhalten haben, wurden unabhängig von der kirchlichen Beurteilung der damaligen Ereignisse alle Andachtsorte und Beschriftungen unverändert belassen.

Die Gebetsstätte Heroldsbach will alle Besucherinnen und Besucher zur Verehrung Marias ermuntern – gemäß den Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils und des Schreibens Papst Pauls VI. über die Marienverehrung (2. Februar 1974).

Die Gebetsstätte Heroldsbach ruft zu geistlicher Erneuerung und zu Versöhnungsbereitschaft auf. Als Erzbischof von Bamberg hoffe ich, dass alle Beterinnen und Beter, die hierher kommen, für unsere zerstrittene Welt dauerhaften Frieden erbitten und aus der Verehrung der Gottesmutter Maria für ihr eigenes Leben neue Kraft schöpfen.

Mit der Seelsorge an diesem Ort wurde die Ordensgemeinschaft der „Brüder vom Gemeinsamen Leben“, Augustiner Chorherren, beauftragt.

Möge Gott unserem Neubeginn seinen Segen schenken.

Bamberg, den 1. Mai 1998

Karl
Erzbischof von Bamberg